SEPA und das böse Leerzeichen

SEPA ist in aller Munde. Und das hat viele Gründe.

Der Fehler

Heute hat einer meiner Kunden eine SEPA-Datei erstellt und wollte diese im Onlinebanking mit seiner Bank verarbeiten.
Er bekam die folgende sehr aussagekräftige Fehlermeldung XML-Dokument ist nicht gültig.
Vermutlich ist das Programm zur Erzeugung hilfreicher Fehlermeldungen im Karneval unterwegs.
Aber man darf die fehlerhaften XML-Dokumente bei dieser Bank einsenden und bekommt dann tolle Fehlermeldungen.
In meinem Fall lautet diese Fehlermeldung: In der Kundenreferenz sind Leerstellen eingefügt, dies ist nicht zulässig.

Die Dokumentation

Jetzt war ich doch neugierig, steht das auch in der Dokumentation?
Der betroffene XML-Bereich nennt sich <MndtId>.
In der 483-seitigen Dokumentation kann man zum folgendes finden:

Erstens auf Seite 56

Mandatsreferenz
Gemäß den EPC Implementation Guidelines sind die Angaben in der Mandatsreferenz unabhängig
von Groß- und Kleinschreibung zu behandeln, d.h.
123AAa45678 und
123aaA45678 beschreiben dasselbe Mandat.

Zweitens auf Seite 79

Das XML-Tag MndtId gehört zum Typ Restricted-IdentificationSEPA2

Drittens auf Seite 80

<MndtId>Mandate Id</MndtId>

Die Analyse

Im Beispiel auf Seite 86 ist ein Leerzeichen enthalten.
Warum also ist jetzt ein Leerzeichen verboten?
Eine Ausnahme, die nur die betroffene Bank für sich in Anspruch nimmt?

Die Lösung

Nicht alles, was man auf 483 Seiten dokumentiert ist richtig.
Die Lösung verbirgt sich hinter dem Typ Restricted-IdentificationSEPA2, der in der Dokumentation auf Seite 79 angesprochen wird.
Dieser Typ ist auf Seite 119 beschrieben:
Der Wertebereich für RestrictedIdentificationSEPA2 lautet: ([A-Za-z0-9]|[\+|\?|/|\-|:|\(|\)|\.|,|‘]){1,35}

Tja und das bedeutet tatsächlich, dass hier ein Leerzeichen nicht erlaubt ist.
Klarer hätte man das nicht dokumentieren können.
Bei genauem Hinsehen erkennt man übrigens, dass beispielsweise der Buchstabe ö ebenfalls nicht erlaubt ist.
Hier sollte man lieber das gute alte oe verwenden.

Schlussfrage

Warum haben so viele Unternehmen mit diesem tollen Verfahren, das auch noch so supergeil beschrieben ist, solche Kalamitäten?
Aber man muss nicht alles verstehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.